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Arztbesuch: Jeder Dritte flunkert oder verschweigt gerne mal

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Auch wenn es oft nur wenige Minuten lang ist: Das Gespräch zwischen Arzt und Patient ist wichtig. Schließlich geht es darum, herauszufinden, welche Untersuchungen und Therapien passen.
Was Arzt oder Ärztin dafür brauchen: ein korrektes und vollständiges Bild vom Gesundheitszustand der Person, die ihnen da gegenübersitzt. Das bekommen sie aber nicht immer, wie eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Unternehmens Doctolib zeigt.
- 31 Prozent der Befragten haben demnach ihrem Arzt oder ihrer Ärztin schon einmal bewusst nicht die Wahrheit gesagt oder wichtige Informationen zu ihrer Gesundheit verschwiegen.
- Das Phänomen kommt bei jüngeren Menschen eher vor als bei älteren (45 Prozent der 18- bis 24-Jährigen vs. 24 Prozent der Über-55-Jährigen).
Verschweigen oder flunkern: Oft geht es um Symptome
27 Prozent derjenigen, die schon mal bewusst nicht die Wahrheit gesagt haben, haben Symptome verschwiegen oder in Bezug darauf gelogen.
Fast ebenso häufig bezieht sich die Unehrlichkeit auf private und soziale Umstände wie etwa finanzielle oder familiäre Probleme (26 Prozent) oder auch auf psychische Probleme (24 Prozent).
Auch Tabakkonsum wird gern mal verschwiegen oder geleugnet (17 Prozent), ebenso, dass ärztliche Anweisungen wie Ernährungsempfehlungen nicht eingehalten wurden (15 Prozent).
«Was denkt mein Arzt bloß über mich?»
Doch was bringt Menschen dazu, es mit der Wahrheit in der Arztpraxis nicht so genau zu nehmen?
- 35 Prozent der Befragten nennen Angst vor Verurteilung oder negativer Bewertung als Grund.
- Auch Scham ist ein Thema (31 Prozent).
- Und manchmal steht schlichtweg der Grund dahinter, dass Patientinnen und Patienten eine bestimmte Therapie oder ein bestimmtes Medikament (vermeiden) möchten (19 Prozent).
Unangenehmes ansprechen: So überwindet man sich
Ehrlichkeit ist in vielen Lebenslagen die beste Entscheidung - auch in der Arztpraxis. Die Experten der Stiftung Gesundheitswissen ermutigen daher dazu, im Arztgespräch ehrlich zu sein und auch Dinge anzusprechen, die einem unangenehm oder peinlich sind. Schließlich kann einem nur so am besten geholfen werden.
Womöglich helfen diese zwei Gedanken, sich zu überwinden:
- Ärztinnen und Ärzte sind geschult in Gesprächen über sensible Themen.
- Sie sind an die Schweigepflicht gebunden. Was im Sprechzimmer angesprochen wird, bleibt auch dort.
Auch wenn einem eine angedachte Therapie Angst macht oder man sich Bedenkzeit oder eine Zweitmeinung wünscht, sollte man das offen ansprechen, rät die Stiftung Gesundheitswissen.
Die Befragung wurde zwischen dem 4. und 11. März 2026 durchgeführt, es nahmen 1.043 Personen ab 18 Jahren teil.
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(31.03.2026)

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